ATP-Tenniswetten 2026: Wer anbietet, wer darf, und was ein Spielplan hergibt
Stand: 3 November 2026 – geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Die ATP Tour 2026 läuft seit dem 2. Januar 2026, endet Mitte November und besteht aus drei Tourstufen unterhalb der Grand Slams. Wer in Deutschland auf Spiele der Tour wettet, muss zwischen Anbietern mit GGL-Erlaubnis und solchen ohne unterscheiden – der Rest ist eine Frage der Wettart, des Wettprogramms und der Quote. Dieser Überblick ordnet die Tourstufen ein, erklärt die gängigsten Wettarten, benennt die rechtlichen Grenzen für Live-Wetten und listet zehn Anbieter, die auf der Whitelist stehen, mit den Konditionen, die ihre eigenen Geschäftsbedingungen nennen.
Inhaltsverzeichnis
- Die Profitour im Überblick
- Was bei Tenniswetten erlaubt ist – und was nicht
- Verantwortungsvolles Wetten rund um die Profitour
- Wettarten und Quoten bei ATP-Tennis
- Live-Wetten auf ATP-Spiele – das Wenige, das erlaubt ist
- Was ein Wettbonus rund um die ATP Tour kostet
- Was ATP-Tenniswetten kosten – die Marge im Beispiel
- Die Turniere, die ATP-Saison 2026 prägen
- Zehn Anbieter im Vergleich
- Was beim ATP-Wetten wirklich zählt
- Entscheidungshilfe: Wer passt zu welchem Profil
- Aktualität und Datenstand
- Häufig gestellte Fragen
Die Profitour im Überblick
Die ATP Tour ist die höchste Turnierserie im professionellen Herrentennis und wird vom Spielerverband ATP organisiert. Sie steht oberhalb der ATP Challenger Tour und der ITF Future Tour; die vier Grand-Slam-Turniere wiederum werden vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour. Eine Wette auf „Tennis“ deckt damit zwei Welten ab: die Grand Slams als ITF-Veranstaltungen und die Profitour als ATP-Veranstaltungen.

Drei Tourstufen, ein Spielplan
Die Profitour gliedert sich seit Jahren in drei Stufen:
- Masters 1000 – die oberste Stufe unterhalb der Grand Slams. Die ATP Tour 2025 umfasste 9 Masters-1000-Turniere; die Saison 2026 übernimmt diesen Rahmen.
- ATP 500 – die mittlere Stufe. 2025 standen 16 ATP-500-Turniere im Kalender, nachdem Dallas, Doha und München aufgestiegen waren.
- ATP 250 – die untere Stufe. 2025 waren es 30 ATP-250-Turniere.
Die Stufen prägen die Quote: Je höher das Turnier, desto liquider der Markt und desto knapper die Marge. Bei einem ATP-250-Turnier auf Sand in Südamerika ist der Quotenschlüssel oft zwei bis drei Prozentpunkte weiter weg von 100 % als bei einem Masters-1000-Halbfinale in Miami.

Saison, Winterpause, Finals
Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November. Seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen – wer im Januar oder Februar wetten will, plant mit wenigen Highlights und vielen kleinen Turnieren. Die ATP Finals bilden jeweils im November den Saisonabschluss der acht besten Spieler. Wer auf den „Saisonabschluss“ setzt, achtet auf das Feld, nicht auf das Datum: Der Cut-off ist eine Position im Race, nicht ein Zeitpunkt im Kalender.
Belag und Reisekalender
Die Tour wechselt im Wochenrhythmus den Belag: Hartplatz im Januar, Sand ab April, Rasen im Juni, zurück auf Hartplatz für den Hochsommer in Nordamerika, wieder Hartplatz in der Halle zum Saisonende. Ein Spieler, der drei Wochen zuvor auf Sand gelaufen ist, kommt auf einem schnellen Hallenbelag mit anderer Beinarbeit an. Das schlägt sich in Formkurven nieder, die ein Wettmarkt erst nach zwei, drei Matches richtig einpreist. Wer auf „Turniersieger“ setzt, liest die Auslosung mit – bei ATP-500-Turnieren ist die Setzliste kürzer als bei den Masters, und die ersten Runden haben mehr Unbekannte als bei einem Pflicht-Turnier.
Was bei Tenniswetten erlaubt ist – und was nicht
Tenniswetten sind in Deutschland nur bei Anbietern mit Erlaubnis zulässig. Die Erlaubnis erteilt die GGL nach § 9 Abs. 8 GlüStV 2021; die bundesweite Whitelist ist das einzige verlässliche Test dafür, ob ein Anbieter aktuell eine gültige Sportwetten-Erlaubnis hat. Ein .de-Domainname allein beweist nichts – die Whitelist führt ausschließlich Domains, die einer Erlaubnis zugeordnet sind, und weist für jeden Eintrag den Inhaber, das Datum der Erst- und Folgeerlaubnis aus. Zum Stichtag 2. Oktober 2026 enthielt die Whitelist 30 Einträge, davon 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis) und drei reine Pferdewetten-Inhaber.
Was gewettet werden darf
Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses, auf einen Abschnitt davon oder auf Vorfälle darin – als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1). Welche Wetttypen ein Anbieter konkret anbieten darf, regelt das von der GGL genehmigte Sportwettprogramm (§ 21 Abs. 5). Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren – in der GGL-Praxis zählt Herren-Fußball unterhalb der 3. Liga als solcher Bereich – sowie Wetten auf Sportereignisse, die manipulationanfällig sind, und solche auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Soziale oder politische Ereignisse sind keine Sportwetten. Auf Esports darf nicht gewettet werden, weil Esports von der GGL nicht als Sport anerkannt ist; lizenzierte Esports-Wetten existieren in Deutschland nicht. Zu Virtual Sports liegt keine belastbare Aussage vor.
Live-Wetten: Was live geht, und was nicht
Während eines laufenden Spiels sind Live-Wetten nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur auf den Endausgang und auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente zulässig. Im Tennis bedeutet das: „Nächster Satz“ geht, „nächster Punkt“ geht nicht. Wer also auf den nächsten Ball, das nächste Aufschlagspiel oder den nächsten Einstand setzen will, sucht eine Wettart, die es in Deutschland schlicht nicht gibt – auch nicht bei lizenzierten Anbietern. Cash Out als Funktion unterliegt keiner eigenen gesetzlichen Regel; was ein Anbieter anbietet, steht in seinen AGB.
Werbung, Steuern, Spielerschutz
Werbung für Sportwetten unterliegt keinen 06:00-bis-21:00-Sperren – die Nacht- und Morgensperre des § 5 Abs. 3 Satz 1 GlüStV betrifft Online-Casinospiele, Online-Poker und Automatenspiele, nicht die Sportwette. Unzulässig sind jedoch Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung desselben Ereignisses im selben Kanal, Werbung mit aktiven Sportlerinnen oder Funktionären, sowie Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Die Wettsteuer ist mit §§ 16 bis 25 RennwLottG geregelt: 5,3 % auf der Basis „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ – das sind rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spielenden, und die Frage, ob und wie ein Anbieter sie an die Wette weitergibt, ist Sache der AGB des jeweiligen Anbieters.
Auf Spielerschutz-Seite gilt: Teilnahme ab 18 Jahren, ein Konto pro Anbieter mit voller Verifikation (§ 6a GlüStV), ein einheitliches Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg (§ 6c), durchgesetzt über die zentrale Limitdatei LUGAS, sowie ein Aktivitätskonto gegen paralleles Spielen bei mehreren Anbietern (§ 6h). OASIS ist das bundesweite Sperrsystem mit Mindestsperrdauer von einem Jahr oder drei Monaten je nach Selbstsperre; der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 sperrt das Konto für 24 Stunden. Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto und wird bei Kontoschließung binnen fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen – die Spielersperre wirkt dort nicht, und das Einzahlungslimit greift nur in der Theorie, weil die Limitdatei sie nicht sieht.
Offene Rechtsfragen – der Tipico-Fall vor dem EuGH
Ein laufendes Verfahren zeigt, wie sich die Rechtslage in Bewegung befindet: Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen mit nicht zugelassenen Anbietern entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verlust aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) hat der EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen. Daraus lässt sich kein Anspruch für andere Einzelfälle ableiten; der EuGH muss der Empfehlung nicht folgen, und einzelne Klagen in Deutschland verlaufen sehr unterschiedlich.
Verantwortungsvolles Wetten rund um die Profitour
Die Tour läuft fast das ganze Jahr: Turniere in jeder Woche, Live-Übertragungen an fast jedem Abend, zwei bis drei Matches am Tag. Wer auf den Kalender der Profitour wetten will, kommt an Hektik nicht vorbei. Das macht zwei Spielerschutz-Instrumente wichtiger als bei kürzeren Saisonsportarten.
Budget und Einzahlungslimit
Das bundesweite Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt für alle in Deutschland lizenzierten Anbieter zusammen – LUGAS verhindert, dass ein Spieler durch Aufteilung auf mehrere Konten darüber hinaus einzahlt. Wer ein höheres persönliches Limit wünscht, muss dem Anbieter seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen; eine Selbstauskunft reicht nicht. Eine Erhöhung gilt erst nach sieben Tagen, eine Senkung sofort. Wer ohnehin weniger als 1.000 € im Monat setzt, hat hier wenig Spielraum nach oben; wer mehr ausgeben will, sollte den Nachweis vor dem ersten erhöhten Einsatz führen, nicht nach einem Verlusttief.
OASIS und Sofortsperre
OASIS prüft bei Registrierung und bei jedem Login, ob eine Sperre vorliegt – eine Selbstsperre, eine Fremdsperre oder eine Angehörigensperre. Die Mindestdauer einer Selbstsperre beträgt ein Jahr, sofern der Spielende keine kürzere Frist wählt; diese kürzere Frist darf drei Monate nicht unterschreiten. Wer in einer angespannten Phase merkt, dass das Wetten außer Kontrolle gerät, hat den Panikbutton: Ein Klick sperrt das Konto für 24 Stunden, ohne dass Anbieter oder Aufsichtsbehörde eingreifen müssen. Beide Instrumente greifen bei offshore betriebenen Angeboten nicht – wer seinen Schutz an der deutschen Regulierung ausrichtet, bleibt bei Whitelist-Anbietern.
Hilfsangebote
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betreibt mit „Check-dein-Spiel“ ein bundesweites Informations- und Beratungsangebot; die Nummer gegen Kummer, Sucht- und Drogenhotline und örtliche Beratungsstellen sind weitere Anlaufstellen. Wettanbieter auf der Whitelist verlinken diese Angebote direkt im Footer oder unter „Verantwortungsvolles Spielen“.
Wettarten und Quoten bei ATP-Tennis
Die Profitour ist aus Wettsicht ein besonders liquider Markt: Spieler und Spielerinnen kennen sich, jedes Match hat zwei Akteure, und die Wettarten sind über Jahre stabil. Vier Wettarten prägen das Angebot.
Matchsieger – die Standardwette
Die Wette auf den Sieg eines Spielers in einem Match ist die häufigste Tenniswette. Sie ist eine Zwei-Wege-Wette: Es gibt keinen Drittsieg, Aufgabe zählt als Niederlage des aufgebenden Spielers. Bei einer ausgeglichenen Begegnung liegen die Quoten nah an 1,90 / 1,90 – und genau an dieser Konstellation lässt sich der Quotenschlüssel eines Anbieters prüfen.
Quotenschlüssel und Marge: Bei zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen beträgt die faire Quote jeweils 2,00. Bietet ein Buchmacher beide Seiten mit 1,90 an, ergibt sich der Auszahlungsschlüssel als 1 geteilt durch (1 / 1,90 + 1 / 1,90), also rund 0,95. Das heißt: 95 % aller Einsätze werden im langen Mittel an die Spielenden ausgezahlt, 5 % behält der Anbieter als Marge. Bei dieser Konstellation bewegt sich die Marge der besten Anbieter zwischen 4 und 6 Prozent; wer dauerhaft unter 5 % liegt, gehört zur engen Spitze des Marktes. Bei Live-Wetten, Handicap-Linien und Satzwetten liegt die Marge in der Regel höher.
Satzwetten und Handicap
Wer auf den Spielverlauf setzt, findet bei den meisten Anbietern drei Satzwetten: Sieger des ersten Satzes, Satzwette mit Handicap (etwa „Satz-Handicap +1,5“ für den Außenseiter, der das Match trotz Verlusts eines Satzes gewinnen soll) und Wette auf den genauen Satzsieg eines Satzes nach Games. Sobald ein Spieler einen Satz gewinnt, wird die Satzwette abgerechnet; Live-Satzwetten schließen mit dem Satzball.
Turniersieger und Langzeitwetten
Wetten auf den Turniersieger werden bereits mit Veröffentlichung des Hauptfelds angeboten und bleiben über die ganze Woche offen. Die Quote reagiert auf jedes Matchergebnis, weil der Wettmarkt bei jedem Ausscheiden einesgesetzten Spielers anpasst. Bei ATP-500-Turnieren und Masters liegt der Markt liquider, die Quoten ändern sich schneller und in kleineren Schritten als bei ATP-250-Turnieren. Wer auf einen Außenseiter setzt, schließt die Wette besser früh – die Quote auf den Außenseiter fällt, sobald der Favorit verliert und der Außenseiter ins Halbfinale rückt.
Spezialwetten und Spielervergleiche
Einige Anbieter bieten zusätzliche Märkte an: Anzahl der Asse, Doppelfehler, Aufschlagquote, erstes Aufschlagverhältnis, Tiebreak im Match. Solche Märkte haben in der Regel eine höhere Marge als die Standard-Matchsieger-Wette, weil sie weniger liquide sind und der Buchmacher das Risiko schlechter einschätzen kann.
Wie eine Wette ausgeht, wenn jemand aufgibt
Wenn ein Spieler während des Matches aufgibt, zählt die Wette in der Regel als Niederlage des aufgebenden Spielers – das gilt sowohl für die Matchsieger- als auch für viele Satzwetten. Spezialmärkte, die nach dem Zeitpunkt der Aufgabe nicht mehr entschieden werden können – etwa „Gewinnt den dritten Satz“ nach Aufgabe im zweiten Satz –, werden üblicherweise mit Quote 1,00 erstattet. Die genauen Regeln unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter und stehen in dessen AGB oder Sportwetten-Regeln.
Live-Wetten auf ATP-Spiele – das Wenige, das erlaubt ist
Live-Wetten auf Tennisspiele reduzieren sich in Deutschland auf das, was § 21 Abs. 4 GlüStV zulässt: Wette auf das Endergebnis, den nächsten Satz und einige ähnliche Komponenten. „Nächster Punkt“, „nächstes Aufschlagspiel“, „nächstes Break“ sind in der Regel nicht im Wettprogramm – nicht, weil die Anbieter sie nicht anbieten wollen, sondern weil sie in Deutschland nicht erlaubt sind. Was im Wettschein auftaucht, prüft das genehmigte Sportwettprogramm des Anbieters; ist ein Markt dort nicht gelistet, ist er nicht verfügbar, auch wenn er technisch zur Verfügung stünde.
Cash Out als Funktion, nicht als Markt
Cash Out ist eine Funktion, kein Markt: Ein Anbieter kauft dem Spielenden die offene Wette zu einem selbstgesetzten Preis ab, der von der aktuellen Spielsituation abhängt. Das Produkt unterliegt keiner eigenen gesetzlichen Regelung; was ein Anbieter an Cash Out anbietet und wie der Preis berechnet wird, steht in dessen AGB. Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; angezeigt wird der Wert der Wette, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil.
Live-Streams bei den Anbietern
Winamax etwa bietet mit Winamax TV Live-Streams von Spielen aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, von den vier Grand-Slam-Turnieren sowie von allen ATP- und WTA-Turnieren, der NBA und der NFL direkt im Kundenkonto an. Welche Anbieter ATP-Live-Streams bieten, ist sehr unterschiedlich; bei vielen sind Streams nur für Kunden mit positivem Kontostand oder nach erster Einzahlung sichtbar.
Was ein Wettbonus rund um die ATP Tour kostet
Ein Wettbonus ist ein Marketinginstrument: Der Anbieter verspricht einen geldwerten Vorteil, knüpft diesen aber an Bedingungen, die in den AGB stehen. Für Spielende zählt nicht der versprochene Bonus, sondern das, was nach Ablauf der Bedingungen übrig bleibt.
Umsatzbedingungen – das Kernkonzept
Ein Bonus wird fast nie sofort ausgezahlt: Der Anbieter schreibt einen Bonusbetrag gut, der erst dann zu echtem, auszahlbaren Geld wird, wenn ein bestimmtes Volumen an Wetten umgesetzt wurde. Üblich ist ein Umsatzfaktor zwischen dem Einfachen und Fünfzehnfachen des Bonus, dazu eine Frist zwischen 7 und 90 Tagen. Wer auf ATP-Matches umsetzt, achtet darauf, ob die Frist für ein Wochenende reicht oder ob ein Turnier-Viertelfinale samt Halbfinale notwendig ist.
Mindestquote – der Hebel der Anbieter
Damit nicht jeder x-beliebige Wettschein zählt, schreiben Anbieter eine Mindestquote vor – typisch 1,50 bis 2,00. Wer unter dieser Quote wettet, lässt die Bedingung ins Leere laufen. Bei Tennis, wo Außenseiter-Quoten im Bereich von 5,00 liegen, ist die Mindestquote praktisch kein Hindernis; bei Favoritenwetten mit Quote 1,20 ist sie es sehr wohl.
Was eine Wette auf Bonusumsatz kostet
Bei einer 5-%-Marge des Tennis-Marktsatzes kostet das Umsetzen eines Bonus im Mittel 5 % des umgesetzten Volumens – der Bonus verschwindet genau dann nicht in der Marge, wenn das Umsatzvolumen kleiner als das Zwanzigfache des Bonus ist. Bei höherer Marge verschlechtert sich das Verhältnis. Die Frage ist nicht „Lohnt sich der Bonus?“, sondern „Ist die erwartete Marge meines Wettmarkts kleiner als eins geteilt durch den Umsatzfaktor?“ – erst dann bleibt etwas übrig.
Cash-Bonus, Gratiswette, Wette ohne Einsatzverlust
Die Werbesprache unterscheidet: Ein Cash-Bonus wird dem Konto mit Echtgeld-Charakter gutgeschrieben, eine Gratiswette (Free Bet) nicht – ihr Einsatz wird im Gewinnfall nicht zurückgezahlt, und Gewinne aus einer Gratiswette sind oft gedeckelt. Eine „Wette ohne Einsatzverlust“ erstattet bei Verlust typischerweise als Gratiswette, nicht als Echtgeld. Welche Form der Anbieter wählt, ist die erste Frage, die die AGB beantworten müssen.
Was ATP-Tenniswetten kosten – die Marge im Beispiel
Die Marge des Marktes entscheidet, was eine Wette auf Dauer kostet, bevor Steuer und Bonus hinzukommen. Sie lässt sich an einem gleichwertigen Zwei-Wege-Markt verdeutlichen.
Beispielrechnung: Quote 1,90 / 1,90
Bei zwei Spielern mit gleicher Siegwahrscheinlichkeit liegt die mathematisch faire Quote bei 2,00 auf jeder Seite. Bietet ein Anbieter beide Seiten mit 1,90 an, zahlt er im langen Mittel 95 % aller Einsätze an die Spielenden zurück und behält 5 % als Marge. Das ist die Spanne, in der sich die meisten ATP-Matchsieger-Märkte bei den großen Anbietern bewegen; unter 4,5 % ist ein Anbieter im Spitzenfeld, über 6 % eher am Ende des Marktes.
Warum die Marge beim Live-Markt höher liegt
Bei Live-Wetten liegen die Quoten dichter am tatsächlichen Spielverlauf – und der Buchmacher gleicht pro laufendem Markt anders ab als im Pre-Match-Geschäft. In der Praxis bewegt sich die Live-Marge bei Tennis-Satzwetten zwischen 6 % und 9 %, bei Spezialmärkten wie „Asse im Match“ auch darüber. Wer auf Live-Siege geht, zahlt diesen Aufschlag bei jedem Tick mit.
Wettsteuer – was der Anbieter üblicherweise an die Wette weitergibt
Die Wettsteuer von 5,3 % auf der Basis „abzüglich der Steuer selbst“ wird vom Veranstalter geschuldet. Anbieter gehen unterschiedlich damit um: Die einen ziehen die Steuer vom Einsatz ab, die anderen verrechnen sie mit den Gewinnen, manche werben damit, sie zu übernehmen. Welche Form gilt, steht in den AGB; nur dort lässt sich prüfen, ob die Nettoquote auch tatsächlich netto ist.
Ein Sonderfall: Winamax-Studie und „beste Quoten“
Winamax bewirbt im Footer seiner Website „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ und bezieht sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 1. April 2025 bis 30. August 2025, in der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Was „beste Quote“ im Einzelfall heißt, hängt davon ab, ob es um Preis, Marge, Quotenschlüssel oder die tatsächliche Platzierung in einer Konkurrenzstudie geht – Marketingaussagen ersetzen die Rechnung in den eigenen AGB nicht.
Die Turniere, die ATP-Saison 2026 prägen
Der Kalender der Profitour 202 folgt dem üblichen Muster – mit kleineren Verschiebungen. Hier ein Überblick über die Stationen, an denen Spieler und Wettmarkt sich treffen.
Australian Open und die Hartplatz-Saison im Januar
Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres steht am Rand der Profitour, gehört aber als wichtigstes Turnier der Südhalbkugel zum Pflichtprogramm jedes Anbieters. Carlos Alcaraz gewann bei den Australian Open 2026 das Herreneinzel-Finale gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5 – ein Fünf-Satz-Match, wie es im Finale selten geworden ist. Für die Wette bedeutet das: Die Märkte für die Australian Open sind extrem liquide, die Margen entsprechend eng.
Masters-Serie: Indian Wells, Miami, Monte Carlo
Die Masters 1000 sind die Liga unterhalb der Grand Slams und darüber für Spieler, was die Champions League für Fußballklubs ist. Die Masters-Saison beginnt im März auf Hartplatz in Nordamerika, wechselt ab April auf Sand in Europa mit Stationen in Monte Carlo, Madrid und Rom und endet im Herbst mit Paris und Shanghai. Ein ATP-Spieler, der ein Masters-Turnier gewinnt, sammelt 1000 Weltranglisten-Punkte und ein Preisgeld im siebenstelligen Bereich.
ATP 500 und 250 – die Breite des Kalenders
16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere tragen den Rest des Spielplans. Sie beginnen oft schon vor den Masters und laufen parallel; sie geben Außenseitern ihre ersten Titelchancen und sind die Spielwiese für Spieler, die sich für die Masters qualifizieren wollen. Quoten auf ATP-500-Turniere schwanken stärker als auf Masters, weil der Markt weniger liquide ist; wer hier die erste Hälfte des Hauptfelds beobachtet, kann sich Quotenveränderungen zu Nutze machen, die nicht allein aus dem Spielverlauf folgen.
Rasen-Saison im Juni
Drei Wochen im Juni, in denen die ATP-Tour auf Rasen wechselt: Stuttgart, Halle, Queen’s Club und Wimbledon als Grand Slam stehen auf dem Programm. Halle und Queen’s Club haben sich als Generalproben für Wimbledon etabliert; ein Spieler, der in der Vorwoche das Turnier gewinnt, geht mit Quote 5,00 oder besser in das Grand-Slam-Turnier.
Hartplatz-Sommer in Nordamerika
Toronto, Cincinnati, dann die US Open: Im August treffen sich die besten Spieler der Welt in Nordamerika. Die Quote auf den US-Open-Sieger wird bereits im Frühjahr gehandelt und reagiert auf jeden Turniersieg im Sommer. Bei einem Spieler, der drei Wochen vor den US Open ein Masters-Turnier gewinnt, fällt die Quote auf den US-Open-Sieg um 2 bis 3 Punkte.
ATP Finals und Saisonabschluss
Im November treffen sich die acht besten Spieler der Saison zu den ATP Finals – ein Rundlaufturnier, bei dem jede Runde zählt. Wer auf den Finals-Sieger wettet, achtet auf das Klassement, nicht auf den Spielplan: Ein Spieler, der vor den Finals die Nummer eins ist, geht in der Regel mit Quote 3,00 in das Turnier, ein Verfolger mit Quote 5,00 oder höher.
Zehn Anbieter im Vergleich
Alle zehn Anbieter stehen mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der GGL (Snapshot 2. Oktober 2026, § 9 Abs. 8 GlüStV 2021) und betreiben ihren Sportwetten-Service von Malta aus. Die Whitelist führt ausschließlich erlaubte Anbieter; sie macht keine Aussage über die Qualität des Wettprogramms, der Quoten oder der Live-Funktionen. Was die Tabelle zeigt, ist allein der Lizenzstatus und das Datum der Erst- sowie der Folgeerlaubnis.
| Anbieter | GGL-Whitelist-Status und Inhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| NEO.bet | Whitelist-Eintrag; Inhaberin Greenvest Betting Limited, Malta | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| bwin | Whitelist-Eintrag; Inhaberin bwin (Deutschland) Limited, Malta | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| Betway | Whitelist-Eintrag; Inhaberin Betway Limited, Malta | 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| Sportwetten.de | Whitelist-Eintrag; Inhaberin NetX Betting Limited, Birkirkara, Malta | 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| Tipico | Whitelist-Eintrag; Inhaberin Tipico Co. Limited, Malta | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| bpremium | Whitelist-Eintrag; Inhaberin Ladbrokes (Deutschland) Limited, Malta | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| Interwetten | Whitelist-Eintrag; Inhaberin Interwetten Gaming Limited, Malta | 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| Wettarena | Whitelist-Eintrag; Inhaberin I.B.C. Sportsbetting Limited, Malta | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| ODDSET | Whitelist-Erlaubnis durch Regierungspräsidium Darmstadt vom 15.12.2022; Aufsichtsbehörde GGL | 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| Tiptorro | Whitelist-Eintrag; Inhaberin Torro Tec Limited, Malta | 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
Hinter jedem Eintrag steht dieselbe Grundstruktur: Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV, Folgeerlaubnis Ende 2022 oder Anfang 2023, Sitz des Inhabers in Malta. Die Whitelist zeigt Erteilungsdaten, kein Enddatum. Welche Wettarten ein Anbieter konkret anbieten darf, regelt sein genehmigtes Sportwettprogramm; was er anbietet, steht auf der Website.
NEO.bet
Die Whitelist führt NEO.bet unter dem Domain NEO.bet mit der Inhaberin Greenvest Betting Limited, Malta, und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. NEO.bet ist ein Anbieter, der mit dem Wettprogramm auf den ersten Blick Tennis abdeckt, ohne sich mit besonderen Live-Funktionen oder exklusiven ATP-Märkten zu profilieren. Für die Frage, ob NEO.bet für ATP-Tennis in Frage kommt, zählt das eigene Wettprogramm des Anbieters – weniger die Whitelist-Eintragung.
Wer hier einsteigt, bekommt das, was die Plattform für Standard-Tenniswetten vorbereitet hat: Matchsieger, Satzwetten, Handicap auf Spiele. Für Live-Wetten gelten die engen Grenzen des deutschen Markts; ein Bonus ist Marketing, und jede reale Zahl folgt aus den AGB.
bwin
bwin ist einer der großen europäischen Wettanbieter, mit der bwin (Deutschland) Limited als Inhaberin der deutschen Erlaubnis, Sitz in Gzira, Malta, Whitelist-Snapshot vom 2. Oktober 2026. Das Wettprogramm deckt ATP-Turniere vollständig ab, die Live-Funktionen entsprechen dem Standard des deutschen Markts, Cash Out ist als Funktion verfügbar. Was bwin im deutschen Tennis-Markt ausmacht, ist weniger ein Alleinstellungsmerkmal als die schiere Breite des Angebots.
Wer den Wettschein auf bwin abgibt, hat eine breite Auswahl an Märkten, gewöhnlich mehrere Handicap-Linien pro Match und ein dichtes Live-Programm während der ATP-Turniere. Die Quote tendiert zur Mitte des Marktes; bwin gehört nicht zu den Anbietern, die mit extremen Quoten werben, und nicht zu denen, die mit minimaler Marge auffallen.
Betway
Betway wird über die Betway Limited betrieben; Whitelist-Eintrag seit 2021 mit Folgeerlaubnis Ende 2022. Die App betont im App-Store-Auftritt die Cash-Out-Funktion – das grüne Symbol erscheint unter „Meine Wetten“, und der Wert der offenen Wette wird angezeigt. Für Tennis bietet Betway eigene Konfiguratoren – Konfigurator+ für Fußball, ein ähnlicher Baukasten für Tennis – mit dem mehrere Auswahlen kombiniert werden können.
Wer bei Betway auf Tennis setzt, findet eine Plattform mit Funktionen, die über Matchsieger und Handicap hinausgehen, aber im deutschen Markt durch die engen Live-Regeln gebremst werden. Die Stärke liegt im Mobilangebot, nicht im Wettprogramm allein.
Sportwetten.de
Sportwetten.de ist eine deutsche Marke, betrieben von der NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta, Whitelist-Eintrag mit Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Der Name ist Programm: Die Marke richtet sich an den deutschsprachigen Markt und positioniert sich über Service und Einstiegshürden, weniger über ein eigenes Sportwetten-Programm.
Für ATP-Tennis heißt das: ein solides Standardprogramm mit Matchsieger- und Satzwetten, ohne besondere Live-Extras, ohne eigene Quotenstudien oder besondere Marktbreite. Was den Anbieter interessant macht, ist das Drumherum – Servicekanäle, deutsche Sprache durchgängig, gegebenenfalls Sonderaktionen um die Grand-Slam-Turniere.
Tipico
Tipico gehört zu den auffälligsten Marken auf dem deutschen Markt; die Tipico Co. Limited ist Inhaberin der deutschen Erlaubnis, Whitelist-Eintrag seit 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis am 9. Dezember 2022. In der App-Beschreibung preist der Anbieter Tipico Cashout und Live-Wetten schon während des Fußballspiels an. Beim Tennis ist das, was live erlaubt ist, deutlich enger – der Endstand und der nächste Satz, mehr nicht.
Das Besondere an Tipico ist nicht das Wettprogramm für Tennis allein, sondern die Vertriebsstärke: stationäre Annahmestellen, Omnipräsenz in der Fußball-Berichterstattung, ein App-Erlebnis, das auf mobile Spielerinnen und Spieler zugeschnitten ist. Wer auf Tipico Tennis spielt, spielt gegen Bookie-Image, gegen Bundesliga-Wahrnehmung, gegen den Wettomat-Mythos – die Quoten sind solide, die Live-Funktionen den deutschen Regeln unterworfen.
bpremium
bpremium ist die deutsche Marke von Ladbrokes und wird von der Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, betrieben; AGB-Fassung vom 3. April 2023, Whitelist-Eintrag mit Folgeerlaubnis am 21. Dezember 2022. Die Marke gehört zur Entain-Gruppe, einem der größten Wettkonzerne Europas, und bringt deren Wettprogramm in den deutschen Markt.
Wer eine bpremium-Wette auf ein ATP-Match abgibt, bekommt das, was die Entain-Plattform für den deutschen Markt freigibt: Standard-Wettarten, solide Live-Abdeckung, Cash Out nach Verfügbarkeit. Der Vorteil liegt in der Größe des Mutterkonzerns; ein eigener Tennis-Vorteil ist im deutschen Markt nicht auszumachen.
Interwetten
Interwetten ist einer der ältesten Online-Wettanbieter im deutschsprachigen Raum, betrieben von der Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Sliema, Malta, Whitelist-Eintrag seit 2. November 2020 mit Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Die Marke war vor 2021 bereits in Österreich und der Schweiz aktiv und musste für den deutschen Markt eine eigene Erlaubnis beantragen.
Das Wettprogramm für ATP entspricht dem europäischen Standard; Cash Out ist verfügbar. Was Interwetten von Mitbewerbern unterscheidet, ist selten ein Tennis-spezifisches Merkmal, eher eine generelle Qualitätsfrage – Quotenniveau, Service, Auszahlungsdauer – die im Einzelfall zu prüfen ist.
Wettarena
Wettarena ist die Marke der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, Whitelist-Eintrag seit 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis am 15. Dezember 2022. Die Marke gehört zur Gauselmann-Gruppe, die in Deutschland auch Spielhallen betreibt, und ist in der deutschen Wettlandschaft sichtbar, ohne eine der marktbeherrschenden Marken zu sein.
Für die Frage, ob Wettarena für ATP-Tennis taugt, gilt wie bei jedem Whitelist-Anbieter: das Wettprogramm des Anbieters entscheidet, nicht der Name. Wettarena deckt Standard-Tennis ab, hat die üblichen Live-Beschränkungen, bietet Cash Out nach Verfügbarkeit.
ODDSET
ODDSET ist die Sportwettenmarke des Lotto-Verbunds, betrieben von der ODDSET Sportwetten GmbH; die Erlaubnis wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 erteilt, Aufsichtsbehörde ist die GGL in Halle (Saale). Whitelist-Eintrag mit Folgeerlaubnis am 15. Dezember 2022. Der Vertriebsweg über die Annahmestellen der Lottogesellschaften ist einmalig auf dem deutschen Markt.
ODDSET ist im Spitzensport breit, im Tennis in der Regel solide aufgestellt. Wer in der Annahmestelle wettet, bekommt ein anderes Erlebnis als online – das Terminal hat weniger Märkte, dafür keine Quote-Bewegungen während des Spiels. Online deckt ODDSET ATP-Turniere ab; die Besonderheit liegt im Vertriebsmodell, nicht im Wettprogramm allein.
Tiptorro
Tiptorro, die deutsche Marke von Tipwin, wird von der Torro Tec Limited (Malta) betrieben. Die App-Beschreibung nennt eine behördliche Zulassung unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (Whitelist). Whitelist-Eintrag seit 30. Juni 2021 mit Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Tiptorro ist die Schwestermarke von Tipwin, das als Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes bis zum 31. Dezember 2026 verlängert ist.
Für ATP-Tennis bietet Tiptorro das, was die gemeinsame Plattform hergibt: Matchsieger, Satzwetten, Handicaps, Live-Wetten nach deutschem Recht. Der Vorteil der Marke liegt im mobilen Angebot und in der App-Optimierung; ein eigener Tennis-Bonus oder ein besonderes ATP-Programm ist aus der Whitelist und der App-Beschreibung nicht abzuleiten.
Was beim ATP-Wetten wirklich zählt
Wer Tennisquoten vergleicht, schaut nicht zuerst auf den Bonus, sondern auf die Marge. Die Marge entscheidet, was jede Wette auf Dauer kostet – der Bonus schmilzt im Umsatz, die Marge bleibt.
Quotenschlüssel als Auswahlkriterium
Bei einem ATP-Match mit gleichgewichteten Spielern liegt die Quote meist zwischen 1,85 und 1,95. Wer beide Seiten mit 1,90 anbietet, hat einen Auszahlungsschlüssel von rund 95 % und eine Marge von etwa 5 %. Bei Live-Märkten, Spezialwetten und Handicap-Linien liegt die Marge höher. Wer vor der Wette nur eine Zahl vergleicht, vergleicht die Quote – wer den Anbieter vergleicht, vergleicht die Marge.
Wettsteuer: Anbieter rechnen unterschiedlich
Die Wettsteuer von 5,3 % auf der Basis „abzüglich der Steuer selbst“ wird vom Anbieter geschuldet. Die Wege der Verrechnung unterscheiden sich: Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab, andere verrechnen sie mit dem Gewinn, wieder andere werben damit, sie zu übernehmen (etwa Winamax mit „0 % Wettsteuer“ in seinem Footer). Welche Form gilt, zeigt die AGB-Klausel zum Wettsteuer-Abzug.
Was ein Anbieter für ATP-Tennis wirklich leistet
Zehn Anbieter, zehn ähnliche Programme: Matchsieger, Satzwetten, Handicaps. Was den Unterschied macht, ist die Tiefe der Live-Märkte, die Verfügbarkeit von Cash Out, die Reaktionszeit der Quoten, die Auszahlungsdauer. Wer ATP-Tennis wettet, prüft diese vier Faktoren am konkreten Turnier – nicht die Whitelist, die für alle gleich ist.
Entscheidungshilfe: Wer passt zu welchem Profil
ATP-Tennis ist nicht Fußball, nicht Basketball, nicht Eishockey – die Eigenheiten liegen in der Spielstruktur, im Spielplan und in den engen Live-Regeln. Vier Profile lassen sich unterscheiden.
Profil 1 – Einsteiger, die erste ATP-Wette
Wer seine erste Wette auf ein ATP-Match platziert, will ein einfaches Wettprogramm, eine klare Quote und einen Anbieter, der mit deutscher Erlaubnis arbeitet. NEO.bet, Sportwetten.de, bwin oder Tipico sind die naheliegenden Kandidaten. Wichtig: das Standardprogramm Matchsieger reicht für die ersten Wetten; wer ohne Vorerfahrung mit Handicap spielt, lässt es bleiben.
Profil 2 – Stammkunden, die jede Woche wetten
Wer jede Woche auf ATP-Turniere setzt, achtet auf Marge und Tiefe des Live-Programms. bwin und Interwetten gehören zu den Anbietern mit breitem Live-Programm; Tiptorro und Betway punkten mit mobil-optimierten Apps. Die Quote wird zur Gewohnheitsfrage; wer über ein Jahr hinweg wettet, merkt schnell, welcher Anbieter bei welchen Turnieren die bessere Quote hat.
Profil 3 – Live-Spieler
Wer live auf ATP-Matches setzt, hat die engsten Grenzen: nur Endausgang und nächster Satz sind erlaubt. Cash Out bleibt als Funktion. Winamax bietet über Winamax TV Live-Streams für alle ATP- und WTA-Turniere direkt im Kundenkonto – ein Vorteil, wenn man das laufende Match ohne separates Stream-Abo sehen will. Wer die Quote im Spielverlauf mitliest, hält Cash Out als Fallschirm parat.
Profil 4 – Bonus-Jäger
Wer den Bonus sucht, sollte Marketing ignorieren und AGB lesen. Umsatzfaktor, Mindestquote, Frist und Bonusform (Echtgeld oder Gratiswette) entscheiden, was vom Bonus übrig bleibt. Bei einer typischen Mindestquote von 1,80 und einer Marge von 5 % im Tennis kostet das Umsetzen ungefähr 5 % des Umsatzvolumens – wer einen Bonus mit Faktor 5 umsetzt, verliert 25 %, gewinnt er ihn nicht; wer mit Quote 1,50 spielt, lässt die Bedingung ins Leere laufen.
Aktualität und Datenstand
Alle Lizenzangaben in diesem Vergleich beziehen sich auf den Whitelist-Snapshot der GGL vom 2. Oktober 2026 und wurden am 3 November 2026 gegen die Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen. ATP-bezogene Fakten zur Saison 2024, 2025 und 2026 folgen der deutschsprachigen Wikipedia-Seite zur ATP Tour (Abruf 8. Oktober 2026). Wo Spieler- oder Match-Ergebnisse genannt werden – etwa der Australian-Open-Finalsieg von Carlos Alcaraz 2026 –, stammen sie aus derselben Quelle. Wenn Quoten oder Margen genannt werden, beziehen sie sich entweder auf die Whitelist der GGL und die gesetzliche Wettsteuer oder werden ausdrücklich als modellhaftes Rechenbeispiel ausgewiesen, nicht als Live-Quote eines Anbieters.
Häufig gestellte Fragen
Welche Turnierstufen umfasst die ATP Tour, und wie unterscheiden sie sich für Wetten?
Die ATP Tour besteht aus drei Stufen unterhalb der Grand Slams: ATP Masters 1000, ATP 500 und ATP 250. Die ATP Tour 2025 umfasste 9 Masters-1000-, 16 ATP-500- und 30 ATP-250-Turniere. Für Wetten heißt das: Je höher die Stufe, desto liquider der Markt, desto enger die Marge; ATP-250-Turniere auf Sand in Südamerika tragen eine höhere Marge als ein Masters-Halbfinale in Miami.
Welche Wettarten gibt es bei ATP-Tennis?
Vier Wettarten prägen das Angebot: Matchsieger, Satzwetten (mit Handicap oder auf den ersten Satz), Turniersieger als Langzeitwette und Spezialwetten wie Asse, Doppelfehler oder Aufschlagquote. Welche Märkte ein Anbieter konkret anbietet, hängt von seinem genehmigten Sportwettprogramm ab – der Spielraum ist bei ATP-500- und Masters-Turnieren am größten.
Wie wird eine Wette abgerechnet, wenn ein Spieler aufgibt?
Bei Aufgabe während des Matches zählt die Wette in der Regel als Niederlage des aufgebenden Spielers – das gilt sowohl für Matchsieger- als auch für die meisten Satzwetten. Spezialmärkte, die nach dem Zeitpunkt der Aufgabe nicht mehr entschieden werden können, werden üblicherweise mit Quote 1,00 erstattet; die genauen Regeln stehen in den AGB des Anbieters.
Welche Live-Wetten sind bei Tennis erlaubt, und warum sind Wetten auf den nächsten Punkt ausgeschlossen?
§ 21 Abs. 4 GlüStV erlaubt während eines laufenden Spiels nur Wetten auf den Endausgang und auf seltene Ereignisse wie den nächsten Satz oder das nächste Tor. „Nächster Punkt“ oder „nächstes Aufschlagspiel“ sind in der Regel nicht im genehmigten Wettprogramm und dürfen in Deutschland nicht angeboten werden.
Was bedeutet Umsatzbedingung und Mindestquote bei einem ATP-Bonus?
Ein Bonus wird nicht sofort ausgezahlt: Der Anbieter schreibt einen Bonusbetrag gut, der erst nach einem bestimmten Umsatzvolumen zu echtem Geld wird (Umsatzfaktor zwischen 1× und 15×, Frist 7 bis 90 Tage). Die Mindestquote – typisch 1,50 bis 2,00 – sorgt dafür, dass nicht jeder x-beliebige Wettschein zählt; Wetten unter dieser Quote tragen nicht zum Umsatz bei.
Verfasst vom Team von „Rennsportwetten”.
